Mühltalpost, 28.05.2025

Solarpark in Frankenhausen von GVE abgelehnt

Antrag der Entega und EG Starkenburg hält dem Kriterienkatalog nicht stand

Mühltal. Deutlich mit 25:10 Stimmen hat die Gemeindevertretung Mühltal den Entega-Antrag zum Solarpark Frankenhausen abgelehnt. Zu groß waren die damit verbundenen Nachteile, um eine Verträglichkeit mit den Belangen vor Ort noch rechtfertigen zu können.

Blick auf die 6 ha große landwirtschaftliche Fläche (rechts vom Funkmast, vor dem Waldrand), auf der eine Freiflächen-PV-Anlage beantragt und nun folgerichtig abgelehnt wurde.

Vorausgegangen waren mehrere Workshops der LandesEnergieAgentur Hessen, aus denen ein Kriterienkatalog für Freiflächenphotovoltaik in Mühltal hervorging. Besonders lobenswert war dabei der demokratische Prozess, in dem die Kommunalpolitik, die Verwaltung, aber auch weitere Interessensgruppen eingebunden waren. 

Mit dem Beschluss des Kriterienkatalogs vor gut drei Monaten war für die AG Photovoltaik Mühltal klar, dass der vorliegende Antrag in vier von insgesamt sechs Kategorien durchfällt. Auch eine detaillierte Gegenüberstellung der einzelnen Kriterien ergab kein besseres Bild. Die meisten Kriterien wurden gar nicht erfüllt, weitere nur teilweise.

Der Anfang 2024 öffentlich bekannt gewordene Antrag zielte auf eine 6 ha große Ackerfläche in Frankenhausen ab, vis-a-vis zur Wohnbebauung. Ein Sichtschutz wäre aufgrund der exponierten Hanglage nicht möglich gewesen. Dem Landwirt, einer der letzten verbliebenen im Haupterwerb in Mühltal, zudem mit gesicherter Nachfolge, wurde die Pacht gekündigt. Wertvolle Fläche im Vorranggebiet für Landwirtschaft und in Hofnähe wäre verloren gegangen. Nachdem die Antragsteller von der GVE aufgefordert wurden, eine Informationsveranstaltung für die Bürger vor Ort abzuhalten, endete diese in einem Desaster.

Nach Anwendung des Kriterienkatalogs haben die Fraktionen CDU, SPD, FDP, Fuchs, DM und Beerwischer diesen Antrag nun folgerichtig abgelehnt und dies in der vorausgehenden Diskussion nachvollziehbar begründet. Nur die Grünen und Linken haben den Kriterien offensichtlich keine ernsthafte Beachtung geschenkt, zumal sie sich von Anfang an als vehemente Befürworter der Anlage gezeigt haben.

Wohlgemerkt, unsere Arbeitsgruppe ist für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, dieser muss allerdings verträglich für die Bürger und Landwirte vor Ort umgesetzt werden. Mit dem Kriterienkatalog und einer moderaten und sachlichen Sichtweise der meisten Fraktionen sind wir zuversichtlich, dass ein durchdachter Photovoltaik-Ausbau in der Gemeinde Mühltal möglich ist.

 

Dr. Stefan Mollin / AG Photovoltaik Mühltal

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