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Alle Artikel der AG Photovoltaik Mühltal, chronologisch sortiert.
Mühltalpost, 25.02.2026
Mit Vernunft für die Energiewende
AG Photovoltaik Mühltal stellt drei Kandidaten für die Kommunalwahl
Mühltal. Die Energiewende ist auch in Mühltal ein zentrales Zukunftsthema. Als Arbeitsgruppe Photovoltaik Mühltal setzen wir uns für einen verantwortungsvollen und ausgewogenen Ausbau erneuerbarer Energien ein. Unser Leitmotiv lautet: „Erneuerbare Energien mit Vernunft gestalten.“ Ziel ist ein Ausbau im Einklang mit Umwelt, Landschaft und den Interessen der Bevölkerung.
Die AG ist aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden und versteht sich ausdrücklich als überparteiliche Initiative. Wir entwickeln sachlich fundierte und praktikable Lösungen für Mühltal. Erneuerbare Energien sollen sinnvoll, transparent und verträglich realisiert werden.

Aus der AG Photovoltaik Mühltal treten bei der Kommunalwahl an (von links): Dr. Stefan Mollin (CDU), Nicole Monschein-Richter (CDU) und Ingo Mörl (SPD). Foto: Dr. Christine Metzen
Aus unserer Arbeitsgruppe kandidieren bei der Kommunalwahl am 15. März 2026:
Nicole Monschein-Richter (CDU, Liste 1, Platz 4) und Ingo Mörl (SPD, Liste 3, Platz 7) sind bereits in der Gemeindevertretung etabliert und kandidieren wieder für dieses Amt.
Dr. Stefan Mollin (CDU), Vorsitzender der AG, kam nun über sein bürgerschaftliches Engagement in die Kommunalpolitik und kandidiert für die Gemeindevertretung (Liste 1, Platz 6) sowie für den Kreistag (Liste 1, Platz 81).
Wir wollen eben nicht nur über Klimaschutz reden, sondern eigene Ideen einbringen und konkrete Projekte voranbringen. So war die AG maßgeblich an der Entwicklung des Kriterienkatalogs für Freiflächen-Photovoltaik in Mühltal beteiligt. Zudem gaben wir den Impuls für eine PV-Anlage an der Kläranlage, deren Umsetzung derzeit geprüft wird. Gegen eine offenkundig nicht verträgliche Freiflächenanlage in Frankenhausen bezog Dr. Stefan Mollin gemeinsam mit der AG klar Stellung; das Vorhaben wurde schließlich von der Gemeindevertretung abgelehnt.
Der aktuelle CDU-Antrag zur Errichtung einer Dach-PV-Anlage auf dem Bürgerhaus Traisa wurde ebenfalls von unserem Vorsitzenden ausgearbeitet. Darüber hinaus arbeiten wir an der Planung einer Agri-PV-Anlage an einem geeigneten, für die Bevölkerung verträglichen Standort.
Weitere Informationen, aktuelle Projekte sowie fachliche Hintergründe finden sich auf unserer neuen Website: pv-muehltal.de.
AG Photovoltaik Mühltal
Mühltalpost, 28.01.2026
Gemeinsam voran
AG Photovoltaik und Energiegenossenschaft Darmstadt starten Kooperation
Mühltal. Die AG Photovoltaik Mühltal und die Energiegenossenschaft Darmstadt (EG-DA) wollen künftig enger zusammenarbeiten und den PV-Ausbau in Mühltal voranbringen. Dies vereinbarten beide Seiten, nachdem bereits seit anderthalb Jahren ein kontinuierlicher Austausch vorausgegangen war.

Gemeinsam für den PV-Ausbau in Mühltal: Dr. Stefan Mollin, Vorsitzender der AG Photovoltaik Mühltal (links) und Boris Scherf, Aufsichtsratsmitglied der Energiegenossenschaft Darmstadt. Foto: Nikos Vormwald.
Die AG Photovoltaik beschäftigt sich primär mit dem Aufzeigen von PV-Ausbaumöglichkeiten, der Bewertung von PV-Vorhaben und der Positionierung aus Bürgersicht. Zuletzt wurden Anregungen der Arbeitsgruppe für eine PV-Anlage an der Kläranlage in Nieder-Ramstadt aufgenommen, um den Energiebedarf des größten kommunalen Verbrauchers bilanziell vollständig mit erneuerbaren Energien abzudecken. Durch das bisherige Engagement sind die Anforderungen, Abläufe und jeweiligen Ansprechpartner in Mühltal bekannt.
Mit der Energiegenossenschaft Darmstadt ist nun ein Partner gefunden, der die identifizierten PV-Ausbaupotenziale technisch bewerten und mit finanzieller Bürgerbeteiligung realisieren kann. Interessant sind Dachflächen ab 130 qm oder 30 kWp Modulleistung. Ihre mit 117 kWp größte PV-Anlage hat die EG-DA auf dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr in Arheilgen installiert. Vor Kurzem wurde sie mit der Errichtung einer Dach-PV-Anlage auf dem evangelischen Kindergarten in Fischbachtal beauftragt.
Aus Sicht der AG Photovoltaik besonders interessant ist das „Energy Sharing“-Angebot der EG-DA: Über die „Heinergy Stromcommunity“ würden bei der Installation von genossenschaftlichen PV-Anlagen vor Ort eben auch die Mühltaler Bürgerinnen und Bürger ohne eigenes Dachpotenzial die Möglichkeit erhalten, den erzeugten Solarstrom günstig zu beziehen.
Mit ihren jeweiligen Schwerpunkten dürften sich die beiden Kooperationspartner gut ergänzen und einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende in Mühltal leisten.
Dr. Stefan Mollin
AG Photovoltaik Mühltal
Mühltalpost, 17.12.2025
Erneuerbare Energien mit Vernunft statt Ideologie
AG Photovoltaik blickt zufrieden auf das Jahr zurück
Mühltal. Anfang 2024 als Bürgerinitiative in Frankenhausen gegründet, schaut die Arbeitsgruppe Photovoltaik Mühltal nun auf das bisher Erreichte zurück. Unser Augenmerk lag von Anfang an auf einer konstruktiven und differenzierten Herangehensweise: Wie kann die Energiewende vorangebracht werden, jedoch nicht von ideologischen Dogmen getrieben und von anderen Faktoren isoliert, sondern sinnvoll und verträglich für die Bevölkerung.

Nach nun fast zwei Jahren war es Zeit, auf unsere Ergebnisse zu blicken und unsere Themen und Grundsätze neu abzustimmen. Diese werden nun verkürzt in diesem Artikel und ausführlich als Aushang in den Ortsteilen aufgeführt.
Das Aufzeigen von Möglichkeiten zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Mühltal gehört zu unseren Kernthemen. So haben wir eine PV-Anlage für die Kläranlage vorgeschlagen, um den Bedarf des größten kommunalen Stromverbrauchers bilanziell vollständig mit Erneuerbaren zu decken. Erfreulicherweise wurden unsere Ideen in den Bebauungsplan eingearbeitet und auf Antrag von CDU und SPD über die Gemeindevertretung an den Abwasserverband Modau adressiert.
Ein weiteres wichtiges Thema ist für uns die Bewertung von Freiflächen-PV-Vorhaben. Hierzu wurde für die Gemeinde Mühltal ein Kriterienkatalog entwickelt, den wir zusammen mit der Verwaltung, der Kommunalpolitik und anderen Interessengruppen ganz entscheidend mitgestaltet haben.
Nach unseren Grundsätzen soll Photovoltaik vorrangig auf Dächern und versiegelten Flächen installiert werden. Freiflächen-PV befürworten wir auf abseits gelegenen und negativ vorgeprägten Flächen. Wenn entsprechende Vorhaben verträglich für die Bürger und die Landwirtschaft vor Ort gestaltet werden, begrüßen wir diese. Der geplante Solarpark in Frankenhausen hätte jedoch nicht verträglich realisiert werden können und hielt dem Kriterienkatalog nicht stand, weswegen er folgerichtig abgelehnt wurde.
Unsere Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus Bürgern, die sich aus der politischen Mitte heraus mit dem Thema Erneuerbare Energien beschäftigen. Manche waren schon vorher im Gemeindeparlament etabliert, andere haben nun durch unsere Tätigkeit den Weg in die Kommunalpolitik gefunden.
Wer auch Interesse an unseren Themen hat und sich konstruktiv nach unseren Grundsätzen einbringen möchte, ist gerne eingeladen, uns per Mail an pv-muehltal@gmx.de anzusprechen.
Dr. Stefan Mollin / AG Photovoltaik Mühltal
Mühltalpost, 30.07.2025
Mühltal nutzt Flächen doppelt: Kläranlagenerweiterung mit Photovoltaik
Anregungen der AG Photovoltaik in den Entwurf des Bebauungsplans eingearbeitet
Mühltal. Ab etwa 2030 soll die Kläranlage in Nieder-Ramstadt erweitert werden. Hierzu hat der Abwasserverband Modau, bestehend aus der Gemeinde Mühltal und der Stadt Ober-Ramstadt, bereits eine 1,7 Hektar große Ackerfläche zwischen der bestehenden Kläranlage und der B426 erworben. Aktuell kann der Entwurf des Bebauungsplans „Erweiterung Kläranlage“ bis zum 15. August eingesehen und kommentiert werden.
Die Offenlage des Vorentwurfs haben wir als AG Photovoltaik Mühltal bereits für Anregungen genutzt, wie ein möglichst großer Anteil der benötigten Energie durch die Installation von Photovoltaik-Anlagen gedeckt werden kann.

Die Kläranlagenerweiterung bietet mehrere Möglichkeiten für den PV-Ausbau. Gezeigt ist hier ein PV-Faltdach der Kläranlage Schweinfurt, welches auch als Vorbild für den Abwasserverband Modau dienen kann. Foto: Michael Brooks / dhp Technology AG
Kläranlagen gehören nämlich zu den größten kommunalen Stromverbrauchern, was eine Versorgung mit Erneuerbaren Energien nahelegt, ohne dabei die limitierten Kapazitäten des Stromnetzes vor Ort zu beanspruchen. Unsere Vorschläge umfassten unter anderem die PV-Überdachung der baulichen Anlagen sowie die Nutzung der verbleibenden unbebauten Flächen mit Freiflächen-PV-Anlagen.
Für die PV-Überdachungen kommen nicht nur die Gebäudedächer in Betracht, sondern auch die Klärbecken. Innovative PV-Faltdächer wurden erst vor wenigen Jahren entwickelt und zunächst in der Schweiz etabliert, erreichen nun aber auch Deutschland.
Da die Fläche aufgrund der Kläranlagenerweiterung ohnehin der Landwirtschaft entzogen wird, erscheint eine Doppelnutzung zusammen mit Photovoltaik-Anlagen als sinnvoll. So wird dies auch von Landwirten gesehen, die unsere Vorschläge unterstützten.
Erfreulicherweise wurden die genannten Anregungen von Bürgermeister Niels Starke und seiner Verwaltung in den Bebauungsplan eingearbeitet und vom Gemeindeparlament beschlossen. Zusätzlich zur Zweckbestimmung Kläranlage erfolgte eine Ergänzung als Versorgungsfläche zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
Sollte der Abwasserverband beabsichtigen, die Maßnahmen nicht selbst oder nicht alleine umzusetzen, schlagen wir außerdem vor, diese für externe Interessierte wie z.B. Energiegenossenschaften oder andere Investoren zu öffnen.
Unsere Arbeitsgruppe setzt sich für einen durchdachten Ausbau der Erneuerbaren Energien ein, bei dem die Belange der Bürgerinnen und Bürger sowie der Landwirtschaft berücksichtigt werden. Die Kläranlagenerweiterung bietet hierzu eine sehr gute Gelegenheit.
Dr. Stefan Mollin / AG Photovoltaik Mühltal
Mühltalpost, 28.05.2025
Solarpark in Frankenhausen von GVE abgelehnt
Antrag der Entega und EG Starkenburg hält dem Kriterienkatalog nicht stand
Mühltal. Deutlich mit 25:10 Stimmen hat die Gemeindevertretung Mühltal den Entega-Antrag zum Solarpark Frankenhausen abgelehnt. Zu groß waren die damit verbundenen Nachteile, um eine Verträglichkeit mit den Belangen vor Ort noch rechtfertigen zu können.

Blick auf die 6 ha große landwirtschaftliche Fläche (rechts vom Funkmast, vor dem Waldrand), auf der eine Freiflächen-PV-Anlage beantragt und nun folgerichtig abgelehnt wurde.
Vorausgegangen waren mehrere Workshops der LandesEnergieAgentur Hessen, aus denen ein Kriterienkatalog für Freiflächenphotovoltaik in Mühltal hervorging. Besonders lobenswert war dabei der demokratische Prozess, in dem die Kommunalpolitik, die Verwaltung, aber auch weitere Interessensgruppen eingebunden waren.
Mit dem Beschluss des Kriterienkatalogs vor gut drei Monaten war für die AG Photovoltaik Mühltal klar, dass der vorliegende Antrag in vier von insgesamt sechs Kategorien durchfällt. Auch eine detaillierte Gegenüberstellung der einzelnen Kriterien ergab kein besseres Bild. Die meisten Kriterien wurden gar nicht erfüllt, weitere nur teilweise.
Der Anfang 2024 öffentlich bekannt gewordene Antrag zielte auf eine 6 ha große Ackerfläche in Frankenhausen ab, vis-a-vis zur Wohnbebauung. Ein Sichtschutz wäre aufgrund der exponierten Hanglage nicht möglich gewesen. Dem Landwirt, einer der letzten verbliebenen im Haupterwerb in Mühltal, zudem mit gesicherter Nachfolge, wurde die Pacht gekündigt. Wertvolle Fläche im Vorranggebiet für Landwirtschaft und in Hofnähe wäre verloren gegangen. Nachdem die Antragsteller von der GVE aufgefordert wurden, eine Informationsveranstaltung für die Bürger vor Ort abzuhalten, endete diese in einem Desaster.
Nach Anwendung des Kriterienkatalogs haben die Fraktionen CDU, SPD, FDP, Fuchs, DM und Beerwischer diesen Antrag nun folgerichtig abgelehnt und dies in der vorausgehenden Diskussion nachvollziehbar begründet. Nur die Grünen und Linken haben den Kriterien offensichtlich keine ernsthafte Beachtung geschenkt, zumal sie sich von Anfang an als vehemente Befürworter der Anlage gezeigt haben.
Wohlgemerkt, unsere Arbeitsgruppe ist für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, dieser muss allerdings verträglich für die Bürger und Landwirte vor Ort umgesetzt werden. Mit dem Kriterienkatalog und einer moderaten und sachlichen Sichtweise der meisten Fraktionen sind wir zuversichtlich, dass ein durchdachter Photovoltaik-Ausbau in der Gemeinde Mühltal möglich ist.
Dr. Stefan Mollin / AG Photovoltaik Mühltal
Mühltalpost, 26.02.2025
Kriterienkatalog für Freiflächenphotovoltaik in Mühltal beschlossen
Ein Kernziel ist erreicht - Verbesserungen im konstruktiven Austausch
Mühltal. Am 04.02.25 hat die Gemeindevertretung den Beschluss zum Kriterienkatalog für Freiflachenphotovoltaik (FFPV) in Mühltal gefasst, der bei Neuentwicklungen anzuwenden ist. Damit ist ein Kernziel der AG Photovoltaik Mühltal erreicht, nämlich das Thema PV-Ausbau grundsätzlich für ganz Mühltal zu behandeln, um dann geordnet über konkrete Projektanträge entscheiden zu können.
Zur Erarbeitung des Kriterienkatalogs hat im September ein Workshop stattgefunden, der von der LandesEnergieAgentur (LEA) Hessen geführt wurde. Teilgenommen haben ca. 40 Vertreter aus den Fraktionen, dem AK Klima der Gemeinde, der Gemeindeverwaltung, den Ortsbeiräten sowie weiteren interessierten Gruppen. Neben NABU, BUND und den Ortslandwirten haben auch wir als AG Photovoltaik Mühltal die Möglichkeit genutzt unsere Standpunkte einzubringen.
Der dann entworfene Kriterienkatalog zeigte große Ähnlichkeit mit dem der Stadt Ober-Ramstadt, ergänzt durch Vorgaben der LEA, was zunächst für uns hinnehmbar war. Auffällig waren jedoch weitere Ausführungen in der Präambel, die gar nicht als Ergebnis aus dem Workshop hervorgegangen waren: So wurde der FFPV eine große Bedeutung für Mühltal zugeschrieben, konkrete Ausbauziele innerhalb der Gemeinde wurden beziffert, und eine Konzentration auf einzelne Ortsteile nahegelegt.
Im konstruktiven Austausch mit den Fraktionen haben wir auf diese Stellen hingewiesen. Im Klima-, Umwelt- und Bauausschuss (KUBA) wurden dann unsere Anmerkungen von den Fraktionen CDU und SPD eingebracht und eine verbesserte Fassung des Kriterienkatalogs erzielt. Dieser wurde schließlich in der Gemeindevertretung mit 29 der 32 anwesenden Stimmen beschlossen.
In dem Katalog enthalten sind nun Abwägungskriterien zu Sichtbarkeit und Landschaftsbild, zur Vereinbarkeit mit landwirtschaftlichen Belangen, zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz, zu Beteiligungsmöglichkeiten, zur Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Vorgaben. „Wenn bei einem Projekt nicht alle Kriterien vollständig erfüllt sind, dann wird die GVE in der Gesamtschau aller Kriterien abwägen“, so lautet es in der Präambel.
Das Vorhaben der Entega und der EG Starkenburg in Frankenhausen erfüllt vier der sechs Kriterien nicht oder nur sehr eingeschränkt. Als Konsequenz daraus und nach unserer Auffassung müsste deren Antrag eigentlich abgelehnt werden.
Dr. Stefan Mollin / AG Photovoltaik Mühltal